Wahrscheinlichkeiten in der Galaxie
Ein Verteilungsmodell für habitable Planeten
Copyright © Klaus Piontzik Claude Bärtels

 Englische Version    
Englische Version    


10.3 - Die transformierte Seager-Gleichung

Sonne Die Seager-Gleichung behandelt nur die (ruhigen) roten Zwerge, also eine gewisse Menge von Sternen, nämlich die sogenannten M-Sterne. Man kann die Betrachtung hier ausweiten und auch auf andere Mengen von Sternen beziehen, z.B. auf G-Sterne, also die sonnenähnlichen Sterne.
Die Seager-Gleichung wird dann zum Gleichungssystem 6.3.3 kompatibel und lässt sich vollständig durch die, in den Kapiteln 1 bis 7, gefundenen Beziehungen bzw. Formelzeichen ersetzen.


N* = Ns = A·Fs steht, nach Gleichung 1.4.1, für die Zahl der G-Sterne (Sonnenähnliche Sterne), die in der Galaxie vorhanden sind, mit Fs = 7:25 und A = 100-300 Milliarden Sterne

fQ G-Sterne schleudern keine Gammastrahlen ins All, daher sind alle Sterne beobachtbar, also fQ =1. Der Faktor kann daher entfallen.

fHZ = Fph = Fp·Fh ist der Anteil derjenigen G-Sterne, die erstens einen Planeten besitzen und zweitens dieser sich in einer habitablen Zone befindet. Es gilt Fp = 201:14.000 und Fh = 10:603.

fO = Fk beziffert den Anteil derjenigen Planeten, die für das Keplerteleskop sichtbar an ihrem Stern vorüberziehen. Nach Kapitel 7.1 liegt die Wahrscheinlichkeit eines solchen Transits bei 0,47 % also Fk = 0,004.7.

fL = FL ist der Anteil der belebten Planeten, mit FL = 1:9.

fS steht für eine Intelligenz, die eine messbare Biosignatur in der Atmosphäre hinterlässt, also eine technologische Zivilisation, mit fS = Fi·Fz = 1:14 · 1:7,943 = 1:111,203


Die gesamte Seager-Gleichung lässt sich dann auf die Menge der sonnenähnlichen Sternsysteme in der Galaxie, beobachtet mit dem Keplerteleskop (bzw. einem Äquivalent), übertragen.
Alle Wahrscheinlichkeitsfaktoren der Seager-Gleichung sind vollständig ersetzbar, durch die Faktoren aus dem Gleichungssystem 6.3.3. Die transformierte Seager-Gleichung für G-Sterne lautet dann:

10.3.1 Gleichung N = A · Fs · Fp · Fh · Fk · FL · Fi · Fz


Nach Definition 1.7.1 gilt: Fsph = Fs · Fp · Fh = 1:15.000

Nach Definition 6.2.2 gilt: FLiz = FL · Fi · Fz = 1:987

Damit lässt sich die Gleichung 10.3.1, als transformierte Seager-Gleichung, auch so schreiben:

10.3.2 Gleichung N = A · Fsph · Fk · FLiz

Einsetzen aller Werte in die Gleichung 10.3.2 ergibt:

N = (100-300)·109 · 1:15.000 · 0,004.7 · 1:1.001
N = 32 – 94 technologische Zivilisationen


Vergleich Spezielles Grundmodell
Äquivalent und damit vergleichbar zur transformierten Seager-Gleichung, ist die Gleichung 6.3.3 aus dem Speziellen Grundmodell.
Nach Satz 6.4.1 des Speziellen Grundmodells existieren wahrscheinlich 10 – 290 technologische Zivilisationen, auf „Erden 2“ in sonnenähnlichen Systemen, in unserer Galaxie.
Das Seager-Fenster liegt gut im unteren Bereich des Grundmodell-Fensters.
Das Drake-korrigierte Spezielle Grundmodell 9.8.2 liefert 22 – 199 Erden 2“ mit technologischen Zivilisationen. Das Seager_Fenster liegt gut im unteren Bereich des im Drake-Fenster.

10.3.3 Satz Das Spezielle Grundmodell, sowie die transformierte Seager-Gleichung stellen zwei zueinander äquivalente Betrachtungsweisen dar.


Beim Seager-Ansatz spielt die Erdähnlichkeit keine Rolle und es wird nur nach technologischen Zivilisationen, auf habitablen Planeten in der Galaxie, gefragt.

Dieses Modell lässt sich auch auf andere Sternenmengen und Beobachtungsgeräte übertragen.
Wenn man den Faktor Fz weglässt, dann kann man die Gleichung 10.3.2 auf intelligente Spezies anwenden.
Wenn man auch noch den Faktor Fi weglässt, dann lässt sich die Gleichung 10.3.2 ebenfalls auf belebte Planeten anwenden.

 

 zur vorherigen Seite zurück home weiter  zur nächsten Seite

 

176 Seiten
84 farbige Abbildungen
9 Tabellen

ProduKtion und Verlag:
Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN 9-783-7528-1229-9

Preis: 22 Euro